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Den Sehenden die Augen öffnen
Der blinde Kletterer
Andy Holzer

Sonntag, 14.3.2010
19:00 Uhr



Sein Tourenbuch nötigt jedem gestandenen Alpinisten Respekt ab: Klettertouren bis zum 7. Schwierigkeitsgrad, wie etwa die Via Comici in der Nordwand der großen Zinne, 80 bis 90 Schitouren pro Jahr, Höhenbesteigungen wie Elbrus, Kilimanjaro, Aconcagua und Mount Mc.Kinley. Was die Leistungen des osttiroler Bergsteigers jedoch nahezu unglaublich erscheinen lassen, ist schlichtweg die Tatsache, dass Andy Holzer von Geburt an blind ist. Er meistert als Blinder schwierigste Touren und strahlt dabei eine Tatkraft und einen lebensbejahenden Optimismus aus, von dem sich viele von uns etwas abschauen können.

Andy Holzer wurde am 3. September 1966 in Lienz in Osttirol blind geboren. Von Kind an ignorierte er sein Schicksal, und zählt außer dem Bergsport auch Langlauf, Surfen und Mountainbiken zu seinen Hobbys. Seit 1981 ist er Musiker (Gitarrist, Bassist und Sänger) bei der Tanzkapelle Dolomitenduo, seit 1984 arbeitet er als Heilmasseur und Heilbademeister im Lienzer Krankenhaus. 1990 heiratete er seine Frau Sabine.
Mit 23 Jahren lehrte ihn der Lienzer Bergführer Hans Bruckner das Kletterhandwerk. Heute staunt die internationale Fachwelt über die Leistungen des „blind climbers“.

In seinem Vortrag „Den Sehenden die Augen öffnen“ lässt Andy Holzer sein Publikum an seinen großen Erlebnissen in den Bergen teilhaben. Wir sehen den blinden Bergsteiger unter anderem bei der Durchsteigung der Gelben Kannte in den Drei Zinnen, bei der Durchkletterung der Via Comici in der Großen Zinne sowie bei der Durchsteigung durch die Südwand des Preußturmes auf den Gipfel der Picolissima in einer Dreier-Seilschaft mit dem beinamputierten Amerikaner Hugh Herr und dem ebenfalls blinden Kletterer Erik Weihenmayer. Die Tour wurde von einem Filmteam aus den USA begleitet.
Zu den weiteren Höhepunkten des Vortrages zählen die weltweite erste blinde Seilschaft ohne Unterstützung eines Sehenden in den Lienzer Dolomiten, Andy Holzers Besteigung des Donauturmes für „Licht ins Dunkel“, sowie seine Besteigungen von Elbrus, Kilimanjaro, Aconcagua oder Mount Mc.Kinley in Alaska.

Bei seinen Vorträgen gelingt es Andy Holzer immer wieder die Menschen von den fest manifestierten Vorstellungen loszureißen, dass eine körperliche oder geistige Einschränkung von vornherein jegliche Chance auf Lebensqualität zunichte macht. Die Tatsache, dass man trotz hundertprozentiger Invalidität unbändige Freude am Dasein empfindet, hat schon manchen Zuseher verblüfft.
Mit seinen berührenden Erzählungen sowie durch packende Fotos und professionelle Videos von extremen Grenzgängen im steilen Fels, von wilden Tiefschneeabfahrten bis hin zu den sauerstoffarmen Zonen der hohen Berge untermauert Andy Holzer dieses Faktum.